Erwerbsminderung

Körperliche sowie auch physische Erkrankungen können dazu führen, dass sich eine Person nicht mehr in der Lage befindet, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. In solch einer Situation stellt sich zwangsläufig die Frage nach der finanziellen Absicherung.

Grundsätzlich gilt, dass eine Absicherung durch den Staat existiert. Allerdings ist diese stark eingeschränkt. Es muss geprüft werden, ob eine Erwerbsminderung (EM) vorliegt. Sofern eine Erwerbsminderung festgestellt wird, kann Anspruch auf eine Zeitrente geltend gemacht werden, deren Zahlung bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres erfolgt.

Die Zeitrente wird bei teilweiser oder vollständiger Erwerbsminderung gezahlt. Eine Einstufung wird wie folgt vorgenommen:

  • Es liegt eine teilweise Erwerbsminderung vor, wenn das Leistungsvermögen der Person durch Krankheit oder Behinderung dauerhaft bzw. auf nicht absehbare Zeit verringert ist. Außerdem muss sich die Person noch in der Lage befinden, zwischen drei bis sechs Stunden am Tag zu arbeiten.
  • Kann hingegen mehr als sechs Stunden am Tag gearbeitet werden, liegt keine Erwerbsminderung vor.
  • Sollte die Person weniger als drei volle Stunden am Tag arbeiten können, liegt eine volle Erwerbsminderung vor. In diesem Fall besteht der volle Anspruch auf die Zeitrente.

Weshalb die private Absicherung so wichtig ist

Obwohl der Sozialstaat bei festgestellter Erwerbsminderung eine Erwerbsminderungsrente zahlt und somit eine Absicherung des betroffenen Bürgers vornimmt, sollte man sich nicht auf dieses Sicherungsinstrument verlassen. Gleich mehrere Gründe sprechen dafür, private Vorsorge zu leisten, indem eine passende Berufsunfähigkeitsversicherung ausgewählt wird.

Da wäre zunächst einmal die Tatsache, dass Erwerbsminderungsrenten nicht besonders hoch bemessen sind. Liegt eine teilweise Erwerbsminderung vor, drohen ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Selbst bei voller Erwerbsminderung davon auszugehen, dass der bisherige Lebensstandard nicht zu halten ist.

Ein ganz wichtiges Thema ist auch die eigentliche Feststellung. Ärzte und Gutachter können nur bedingt feststellen, ob jemand erwerbsfähig ist oder nicht. Womöglich wird nur eine teilweise Minderung festgestellt, obwohl man sich nicht in der Lage befindet, einer Beschäftigung nachzugehen. Außerdem ist die Erwerbsminderung nicht an den bisherigen oder erlernten Beruf gekoppelt. Liegt eine teilweise Erwerbsminderung vor, muss Arbeit jeglicher Art nachgegangen werden.