Mehr Berufstätige haben mit Depressionen zu kämpfen

Die gesundheitlichen Gründe, weshalb Menschen für längere Zeit oder gar dauerhaft aus dem Berufsleben ausscheiden, können sehr verschieden sein. Früher waren es vor allem Rückenprobleme, die große Sorgen bereiteten. Heute ist dies immer noch so, jedoch wurden sie längst vom Spitzenplatz verdrängt. Den haben längst psychische Erkrankungen eingenommen – auch wenn dies viele Menschen nicht wahrhaben möchten.

Die Statistiken der Versicherer und Krankenkassen sprechen jedoch eine sehr deutliche Sprache. Es ist in der Tat so, dass viele Menschen mit psychischen Problemen zu kämpfen haben und deshalb nicht arbeiten können. Egal ob es sich bei ihnen um gestresste Lehrer oder gemobbte Bürofachkräfte handelt: Ihre Anzahl wird von Jahr zu Jahr größer.

Das Spektrum psychischer Erkrankungen ist bereit gefächert. Ganz weit vorne steht die Depression, die Menschen unterschiedlichsten Alters betreffen kann. Laut einer aktuellen Mitteilung, die von einer großen Krankenkasse stammt, hat sich die Anzahl der Depressionserkrankungen in den vergangenen Jahren signifikant erhöht – in den letzten zehn Jahren war unter den eigenen Kassenmitgliedern ein Anstieg um ganze 70 Prozent festzustellen.

In diesem Zusammenhang verweist die Kasse auf die Tatsache, dass nicht nur die Anzahl der registrierten Erkrankungen gestiegen ist. Auch bei den verschriebenen Medikamenten bzw. den Antidepressiva ist eine entsprechende Entwicklung festzustellen. Dort verhält es sich so, dass die Verschreibungen um etwa ein Drittel zugelegt haben. Dies mag nicht so stark erscheinen, dafür verordnen die Ärzte jedoch höhere Dosen, die haben sich nahezu verdoppelt.

Ein Blick auf die Zahlen verrät, dass die Verteilung zwischen Berufsgruppen sowie Geschlechtern unterschiedlich ist. An Depressionen erkranken mehr Frauen als Männer, ihr Anteil liegt ungefährt doppelt so hoch. Zugleich sind die meisten Betroffenen vor allem außerhalb des Handwerks tätig und haben keine Studienabschlüsse. Karrieremenschen mit Studienabschluss sind seltener betroffen, dasselbe gilt für Personen, die in handwerklichen Berufen arbeiten.

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