Bei Arbeitsunfähigkeit nicht einfach Urlaub machen

Im Versicherungsrecht gibt es Themen, die als äußerst kompliziert gelten. Hierzu zählt auch die Frage, ob man im Falle einer Arbeitsunfähigkeit dazu berechtigt ist, Urlaub zu machen. Denn so manche Person, die arbeitsunfähig ist, würde gerne verreisen.

In solchen Fällen kommt häufig die Frage auf, ob der Urlaub überhaupt gestattet ist. Grundsätzlich muss gesagt werden, dass diese Fragestellung äußerst schwierig ist und es letztlich auf den Einzelfall ankommt. Zumal Begriffe wie Urlaub und Ferien nicht einfach miteinander verwechselt werden dürfen.

Urlaub ist üblicherweise ein Zeitraum, während dessen nicht gearbeitet wird – dennoch werden Lohn oder Gehalt trotzdem gezahlt. Wer ein Krankentagegeld von einer Krankenkasse bezieht, könnte beispielsweise seinen Anspruch auf die Zahlungen verlieren, wenn er oder sie verreist bzw. Urlaub macht.

Jeder Fall ist anders

Umso wichtiger ist es daher, sich bei den zuständigen Stellen, wie Krankenkassen oder Versicherungsträgern, ausführlich über die bestehenden Möglichkeiten zu erkunden. Immerhin drohen immense Risiken. Es könnte zum Beispiel passieren, dass die Arbeitsunfähigkeit wegen des Urlaubs aberkannt wird. Als Folge könnten soziale Zahlungen einfach eingestellt werden.

Es kann aber auch möglich sein, dass Reisen in der Tat zulässig sind. Wenn beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsrente bezogen wird, spricht häufig nichts gegen eine Reise. In diesem Fall geht es nicht um Urlaub, sondern schlichtweg um eine Form der Freizeitgestaltung – schließlich haben auch Berufs- oder Erwerbsunfähige ein Recht darauf, ihre Freizeit zu genießen. Allerdings sollten auch hier die jeweiligen Rahmenbedingungen genau berücksichtigt werden. Wer beispielsweise einen Abenteuerurlaub bucht, muss damit rechnen, dass schon bald eine Gesundheitsprüfung ansteht – denn wer an solch einem Urlaub teilnehmen kann, ist unter Umständen auch arbeits- oder berufsfähig.

Urlaub nicht überstürzt buchen, sondern lieber informieren

Es ist tatsächlich so, dass es stets auf den Einzelfall ankommt. In bestimmten Fällen ist es möglich, mit gutem Gewissen eine Reise anzutreten. Allerdings gibt es auch Konstellationen, in denen man besser nicht verreisen sollte. Daher sollte man sich stets absichern, indem man Versicherungsträger kontaktiert und sich nach den Möglichkeiten erkundigt. Besser man informiert sich und sagt eine Reise gegebenenfalls ab, anstatt kurz nach Rückkehr den Rentenanspruch oder einen anderen Anspruch zu verlieren.

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